Der Film

Kann mir mal jemand verraten, aus welchem Grunde man erst eine Waldorfschule gründen muss und nicht diese wunderbare Sicht auf den Menschen und die Pädagogik selbst einfach für das Staatsschulwesen übernehmen kann?
Bitte nicht nur liken, sondern kommentieren, das wäre schön!
Ja, Waldorfschulen wollen sich noch weniger von administrativen Vorgaben beeinflussen lassen, letztendlich sind sie aber total abhängig vom Staat und auch von dessen Geldern, wie alle Institutionen hier in Deutschland. Zum Einen auch deshalb, weil wir alle „der Staat“ sind und ich nicht meine, dass es irgendwelche Widersachermächte gibt, die verhindern wollen, dass frei denkende, tätige und fühlende Menschen aus den Ausbildungen kommen, denn gerade von denen hängt die Weiterentwicklung der Erde ab. Was also spricht dafür:
Waldorfpädagogik in das staatliche Schulwesen zu übernehmen/ offiziell inkl. aller Weiterbildungsmöglichkeiten für die Pädagogen?

Was spricht dafür?

Oder wessen Aufgabe ist es, dies in das Schulgesetz zu bringen?

In zwei Jahren wird das 100 jährige Bestehen der Waldorfschulen in aller Welt gefeiert. Dieser kleine Film zeigt multikulturelle Gedanken dazu auf:

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Erziehung des kleinen Kindes und die Grundstimmung des Erziehers

„Man soll nicht sagen:
 
Du sollst dies oder jenes in die Kinderseele hineingießen, sondern du sollst Ehrfurcht vor seinem Geiste haben.
Diesen Geist kannst Du nicht entwickeln, er entwickelt sich selber. Dir obliegt es, ihm die Hindernisse seiner Entwicklung hinwegzuräumen, und das an ihn heranzubringen, das ihn veranlasst, sich zu entwickeln.“

Rudolf Steiner, Oxford am 19.8.1922  aus :“ Erziehung des kleinen Kindes und die Grundstimmung des Erziehers“

Die Art des Schauens ist eine andere

Wie kann man eigentlich mit wenigen Worten beschreiben, was so anders ist, wenn man Kinder in dem wahrnimmt, was sie hervorzubringen in der Lage sind?

Oftmals wird, gerade in der Schule, ein Kind nach seinen Leistungen beurteilt. Da wird geschaut, wie es schreiben, lesen und rechnen kann und wie es sich innerhalb der Klassengemeinschaft verhält.

Oftmals ergeben sich dann daraus Defizite, weil das Kind ja hier und dort Schwierigkeiten hat.

Unabhängig von diesen Schwierigkeiten jedoch gibt es etwas ganz Eigenes, was wie ein Zauber aus dem Kinde heraus zur Wirkung kommt im Sozialen, in der Begegnung mit anderen Menschen/ Kindern, im Spiel, beim Sport, beim Tanz, beim Yoga, in der Musik, beim Malen usw.
Schaue ich also lediglich auf die einzelnen Defizite beim Kind, dann habe ich den Anspruch, individuell zu unterstützen und auf diese Defizite einzuwirken, damit sie möglichst bald behoben sind oder Entwicklung in Gang gebracht wird.
Schaue ich auf das, was mir beim Kind sonst noch entgegen kommt, dann ist dies besonders interessant im Zusammenhang mit der Klasse, der Lerngruppe. Wie nehme ich also als Lehrer die Kinder wahr und was ergibt sich daraus für meinen Unterricht?

Wenn ich mir da so meine Rabauken vergegenwärtige, dann sehe ich unglaublich viele Wirbelwinde, die ebenso viel Energie und Eigendynamik haben wie eine aufbrausende Welle im Meer. Diese Welle, die ich da in meinem Unterricht auffange, die kann ich nutzen und sich entwickeln lassen, indem ich zwar führe, aber doch weitgehend in der Wahrnehmung, nicht aber im Urteil bleibe. Meine Aufgabe ist es, diese quirlige Welle von hoch potenzierten, einzelnen Kindern auf ein Thema hinzuleiten. Ich betrachte dann alle gleichsam und nicht jeden Einzelnen für sich. Ich nehme sie alle in meine Aufmerksamkeit , spreche sie natürlich bei Bedarf individuell an, aber bleibe in der Wahrnehmung des gesamten Geschehens. Wie aus einem Strom kommen dann situativ von Außen helfende Eingebungen, die es mir ermöglichen, den Unterricht immer wieder neu zu greifen und flexibel im Tempo zu gestalten.
Obwohl es täglich in meinem Unterricht feste Rituale gibt, an denen sich die Kinder orientieren, ist alles möglich, was in jedem einzelnen Moment sich neu ergeben kann. Jede Inspiration, die ein Kind hinein bringt, sei es durch einen Blick, eine Geste oder eine Abneigung, nehme ich als Lehrerin wahr und schöpfe daraus fruchtbare methodische Kniffe.

So kann sich ein einstudiertes Singspiel spontan ändern oder ein Kreisspiel erhält eine neue Regel. Es kann aber auch sein, dass wochenlang der gleiche Ablauf wie eine Heilung für die Kinder als Konstante erhalten bleibt. Abhängig ist das von der Atmosphäre im Raum, von dem, was die Kinder mitbringen an Impulsen und Ausstrahlung, die ich in jedem Moment wahrnehmen möchte, so dass sich auch jedes Kind angeschaut und wahr genommen fühlt.

Da ich epochal arbeite, beschäftigen wir uns als Klasse entweder mit dem Rechnen,   mit Deutsch oder Sachkunde und mit dem Zeichnen von geometrischen Formen.  Es sei denn wir machen unseren Bauernhofausflug, haben Sport oder Musik, Kunst , Handarbeit oder Malen. Drum herum hält das Ganze der Rhythmische Teil und der Märchenabschluss am Ende eines Schulvormittages (zumindest jetzt in der ersten Klasse).

Diese feste Struktur bietet Halt und ermöglicht mir, die Klasse als Ganze wahrzunehmen und als solche auch zu fördern und zu fordern.
Meine Arbeit ist rund, fühlt sich heilsam an und ermöglicht den Kindern, sich frei und sorgenlos zu entfalten. Obwohl sie konsequent zur Arbeit angehalten werden und dies auch tun, haben sie wohl nicht den Druck, wie das ohne diese Form empfunden wird.

Es ist erstaunlich, zu welchen Leistungen sie fähig werden, wenn ich sie nicht voreilig auf ihre Defizite reduziere. Wenn ich in einer ersten Klasse heute bereits die Aufgabe: 19- 6= 13 weil 13+6=19 ist rechnen kann und auch die Kinder in der Lage sind, diese Aufgabe ordentlich, deutlich und lesbar in ihr Heft schreiben können, obwohl viele Kinder einen Förderstatus haben, nicht deutschsprachig aufwachsen und vielleicht nachts im Asylantenheim schlafen, nehme ich sie alle als Teil der Klasse mit.

Es fühlt sich rosa an, wenn ich eine Farbe dafür nennen soll. Und wenn diese Kinder dann zusammen mit mir ein drei strophiges Flöten- und Gesangsstück in der Lage sind zu spielen, dann festigt sich in mir die Behauptung, dass dies der wirklich richtige Weg ist, der Inklusion, Vielsprachigkeit und Differenz eine gemeinsame Schwingung zu geben, durch die Art und Weise, auf die Kinder „anders“ zu schauen. Eine Entwicklung also anzustreben, die sowohl jedes einzelne Kind mit all seinen Individualitäten, als auch die gesamte Klasse betrifft und zu einem Ganzen zusammen fasst.

Ich liebe diese Arbeit. Ich liebe es zu sehen, wie stark Kinder sind und wie großartig sie sich entwickeln können, zum Wohle aller Menschen, Pflanzen; Mineralien  und Tiere.

Als Beispiel zeige ich hier ein gelungenes Beispiel von Inklusion aus der Waldorfschule in Emmendingen. Ganz besonders rührend sind in dem Video die Schülerkommentare. Da bekomme ich Mut,meinen Weg weiter zu gehen, wenn ich solche tollen Menschen erleben kann. :

http://www.waldorfschule-emmendingen.de/de/paedagogik/die-klassenteamzeit.html

http://www.geistesleben.de/buecher/9783772514159/inklusion-vielfalt-gestalten

Erlebnispädagogik im Wald

Wenn man sich vornimmt, zum Bauernhof zu gehen und einem dann etwas dazwischen kommt, so wie meiner Klasse und mir heute, dann kann das ganz erquickend und wunderbar sein.

Wir gingen an einem kleinen Bach entlang und plötzlich sprangen wir, eines nach dem anderen Kind dort hinüber, mit meiner Hilfestellung und mit sicherem Gefühl, dass jeder es schaffen kann. Und es klappte. Auch die unsicherste, lauteste und im Unterricht auffälligste Erstklässlerin, kam hinüber.
Dann kamen Sträucher, tiefe Birken, Buchen und ein großer Baumstamm dazwischen. Auch dieser wollte überquert werden, ganz vorsichtig oder ganz schnell und im hohen Bogen von oben hinunter springen, in das weiche Laub. Auch das wurde geschafft. Von allen.

Nebenbei bauten ein paar Kinder ein Gerüst für ein Tippi, das hatten sie selbst heraus gefunden und zum ersten Mal gemacht. Wie stolz sie waren!

Und zurück ging es dann ganz schnell, an einer kleinen Blumenwiese vorbei, noch Gänseblümelein und Löwenzahn mit Taubnesseln pflücken. Als Erinnerung für unsere Klasse legten wir noch einzelne Blumen davon in unsere Blumenpresse. Mal sehen, ob wir uns im Herbst daran erinnern.

Das war wunderschön, eben mal ne Stunde weg, um die Ecke….Danach malten wir eine Karte für den Muttertag bald: Eine Blumenwiese mit einem liegenden Baum, auf dem ein mutiger Junge balancierte…. Ein wunderschöner Schultag!

Identitätskrise behoben

Ein ganz privates Erlebnis möchte ich hier teilen.
Eben ist mir etwas sehr Lustiges passiert….Ich fuhr zu „Denns“ und kam gerade raus, bepackte mein Fahrrad. Da kam eine ältere Frau mit Zigarre auf mich zu. Sie sah recht wüst aus, hatte zerzottelte Haare,einen wilden Hut auf, einen weiten, eleganten Poncho an und qualmte mich voll. Obwohl ich das eigentlich hasse, also den Qualm, hatte ich sofort Zutrauen zu ihr. Sie lachte- ich lachte. Sie fragte mich, ob sie mir etwas sagen dürfe. Klar durfte sie… Ich bin offen für Reflexionen!

Sie sah mich und musste mich nun ansprechen. Ich sei sehr hübsch, hätte ein schönes Gesicht und sei super gestylt, so mit meinem lila Wollmantel, dem bordeaux farbigen anderen Baumwollmantel darunter, meinen lila Lederschuhen, meiner rose´farbigen Hose usw.  Und mit meinem Lila Fahrrd! Aber: Das sollte ich weiß Gott nicht tragen! Es würde mich um 10 Jahre älter machen und ich solle stattdessen anthrazit und weiß tragen. Eine weiße, elegante Bluse z.B., bloß kein braun. Weiß und anthrazit seien meine Farben. Und ich solle die Farbenlehre vergessen. Sie wüsste, wovon sie spräche, denn sie war 40 Jahre lang Designerin und mit den bekanntesten Designern auf der ganzen Welt bekannt. Sie war Dozentin an der HbK und ihr gefiele es, den Menschen zu sagen, was sie denkt , aber ich müsste das ja alles gar nicht glauben und könne machen was ich will, aber sie würde mir empfehlen, meinen Kleiderschrank mal auszutauschen und völlig neu zu denken…

Das war natürlich etwas für mich. Gerade jetzt, wo ich mit Wechseljahressymptomen, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Selbstzweifeln, was mein Äußeres angeht, überschwemmt werde. Wir bogen uns vor Freude.. Zum Schluss erzählte sie noch, dass sie gerne in einer Hebelbühne leben würde, weiß gestrichen, alle Möbel weiß….und um sie herum Öl farbene Wände….

Ich bin so auffällig, dass mich solche Typen ansprechen- genial!

Draußen sein

Draußen, damit meine ich dort, wo ich gesunde Luft zum Atmen habe, keine lärmenden Autos um mich herum. Es gibt solche Plätze, auch heute noch für Kinder, sogar in einer Großstadt wie Berlin oder am Rande davon.
Es ist eine Wahl möglich in welcher Gegend man seine Kinder aufwachsen lassen möchte. Und es ist genauso eine Möglichkeit, sie viel draußen sein zu lassen, mit allem, was da eben auch an Gefahren lauern kann.
Auf Bäume zu klettern beispielsweise, oder im März mit bloßen Füßen in kleinen Tümpeln zu matschen, auf eine Kuhweide zu gehen, auf die man eigentlich nicht gehen darf. Von Sandbergen zu springen, Höhlen zu bauen in dicht aneinander stehenden Bäumen. Im „Hexenkessel“ Suppe zu kochen, sich vom Bauern Planen auszuleihen, um die Höhle vor Regen zu schützen und diese dann überall zu befestigen, mit Schnüren und langen Halmen, die man irgendwo findet.
Draußen sein, in einem bewusst gemeinsam abgesprochenen Raum und dort eine Welt aufzubauen, von der die Eltern keine Ahnung hat, wenn nicht das Kind zu Hause davon erzählt. Eine „geheime“ Welt, in der nur Kinder Zugang haben. Ohne einen Betreuer, der alles bewacht und begrenzt. Das ist möglich, aber ist es eben eine Entscheidung, die auch Konsequenzen hat.

Wie ermögliche ich es meinen Kindern,  diesen Raum „Draußen“ schaffen zu können?
Erstmal ist natürlich die Voraussetzung, dass ich weiß, wie wertvoll die Lebensphase zwischen 4 und 15 ist. Das impliziert ja, dass ich als Erwachsener möglichst großes Interesse daran habe, sie gesund und selbstbestimmt aufwachsen zu lassen. Selbst dann, wenn ich bezüglich meiner Arbeit Kompromisse machen muss  sprich: Weniger arbeite, mehr Zeit habe für die Kinder und für mich. Die Entscheidung, für sein Kind da zu sein, es nicht frühzeitig in eine Krippe zu geben, die will ja gewollt und nicht erzwungen sein. Es gehört meines Erachtens eine gewisse Reife und eine natürlich ausgebildete Intuition dazu, eine derartige Entscheidung zu treffen. Und es ist auch nicht zu verschweigen, dass es einfacher ist,  wenn es eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit gibt. Selbst verständlich haben gering Verdienende Menschen weniger Spielräume als besser Verdienende. Aber auch darüber ließe sich diskutieren und sicherlich gäbe es auch Möglichkeiten für Kinder, deren Eltern beide länger arbeiten müssen, aber dazu ist Solidarität und das gemeinsame Absprechen untereinander möglich.

Wer letztendlich die Entscheidung trifft, nicht in den Innenstadtbereich einer Großstadt, immer leicht erreichbar und mit allen Vorzügen vom Central wohnen zu leben, der kann zusammen mit seinen Kindern, eine Menge Abenteuer erleben. Und selbst wenn ich in einer enger bewohnten Gegend lebe, in der es aber Gemeinschaftsgärten gibt oder Flächen, die ich für die Kinder in Zusammenarbeit mit ein paar anderen Nachbarn gestalten kann, ist es möglich, derart wichtige Räume für Kinder zu schaffen.

Es hängt davon ab, was ich für meine Kinder und für mich möchte und davon, ob ich das auch in die Tat umsetzen kann. Selbst in Hochhausgegenden gibt es freie Stellen, Grünflächen, in denen mehrere Kinder miteinander ihre Zauberwelt aufbauen und gestalten können. Dort könnte man sich mit der Betreuung, die in solchen Gegenden unumgänglich ist abwechseln, so dass immer mindestens eine Aufsicht da ist.

Das Draußensein ermöglicht den Kindern ein selbstständiges Ausprobieren, kreativ sein und es ermöglicht ihnen, auch Grenzerfahrungen machen zu können. Sie entwickeln dadurch ihre Sinne, was nötig ist, um ein soziales Wesen zu sein.

Es ist eine Entscheidung, sein Kind um 14 Uhr oder erst um 18 Uhr aus dem Hort zu holen. Und diese Entscheidung ist nicht immer abhängig von Arbeitszeiten, es gibt da auch Spielräume. Ein Hort ist immer ein Kompromiss, denn frei spielen und Grenzerfahrungen machen, das kann man dort nicht wirklich.

Sein Kind draußen, auch unbeaufsichtigt spielen zu lassen, das bedeutet nicht, dass es einem egal sein soll, wo sein Kind sich herum treibt.
Als Erwachsener weiß ich doch, in welcher Umgebung mein Kind sein kann. Was es braucht, um sich einerseits gut entwickeln zu können und andererseits natürlich geschützt zu sein (keine Autobahn in der Nähe, keine Schnellzüge, Gleise, auf die es springen kann usw.., Seen in unmittelbarer Nähe…). Selbstverständlich ist die Voraussetzung für einen derartigen Umgang mit seinem Kind, dass man als Erwachsener auch Freude daran hat, sein Kind beim Experimentieren zu unterstützen, es los zu lassen  Stück für Stück und gleichzeitig dennoch zu wissen, dass es behütet ist und dass man auch im Grunde weiß, was das Kind draußen macht. Wenn der Erwachsene beobachtet, vertraut und los lässt, dann ist da eine Bindung vorhanden zwischen Erwachsenem und Kind, welches solche Abenteuer ermöglicht.

Schritt für Schritt

Ein Sinnespfad besteht aus mehreren, unterschiedlichen Bereichen. Jeder Bereich, in dem man mit nackten Füßen stehen und gehen kann, hat seinen eigenen Reiz. Diesen zu erspüren, zu erforschen, erfordert Geduld und ein „Loslassen“ , denn ohne ein „Loslassen“ und mich auf das einzulassen, was ich da unten an den Füßen wahrnehmen kann, erschöpfe ich nicht das große Potential, was darinnen entdeckt und erkundet werden kann. Auf dem Pfad oder im Leben….

Und so einen Pfad hat der Verein Naturfreude in den letzten beiden Ferientagen des Landes Brandenburg im Mühlenbecker Tal bei Schildow gestaltet.

Heute wurde dieser Pfad eingeweiht, mit einem Feuer und einem Grillfest.

Es waren nur die Familien dort, die den Verein Naturfreude in´s Leben gerufen haben, anlässlich der Gründung einer Waldorfschule im Mühlenbecker Land oder auch in Berlin.Ein sehr schönes, stilles und herzliches Fest mit so vielen Menschen, die ich bisher nicht kannte. Ein Erlebnis!
So einen Pfad Stück für Stück zu ergreifen, hat seinen Reiz und es ist für mich eine besondere Ehre, mit dabei sein zu dürfen.

Die Gründung einer Waldorfschule von Anfang an mit zu gestalten, ist großartig.

Das Besondere an dieser Schule wird die Anbindung an einen landwirtschaftlichen Betrieb sein. Und genau das ist es, was auch ich persönlich enorm wichtig finde für die Kinder und auch für meine Entwicklung. Die Verbindung mit den Pflanzen und deren Entwicklung sehe ich als Heilung an. Eine Möglichkeit, sich als Mensch mit den Pflanzen, Mineralien und Tieren zu verbinden.

https://schulfreude.org/beitr%C3%A4ge/osterferien-auf-dem-sieben-zwerge-land/

Steinchen weiter reichen

Wie ein Zauber war das heute.
Wir haben Rechenepoche. 1.Klasse. Dazu gibt es spezielle und sinnvolle Übungen, die man mit den Händen ausführt. Z.B. das Steinchen schmeißen.

Als ganz leichte Übung bekam jeder einen kleinen Rosenquarz, den er vor sich legte. Alle 22 Kinder saßen im Schneidersitz.
Rechte Hand hebt Steinchchen hoch.
Linke Hand liegt offen auf dem Knie.
Stein in der rechten Hand wird in die linke Hand des rechts sitzenden Partners gelegt, so dass jeder möglichst im gleichen Moment empfängt und gibt. Von rechts nach links also. Dann wird das Steinchen, welches in der linken Hand liegt, möglichst mit allen gleichzeitig in die eigene rechte Hand gelegt. Schwierig. Danach geht es wieder von rechts in die linke Hand des Partners, wobei gleichzeitig die eigene linke Hand aufgehalten wird…..

Gestern ging es nicht, so gut wie gar nicht.
Heute erstmal auch nicht- Verzweiflung! Es klappte eben einfach nicht! Wo ist rechts, wo ist links? Und überhaupt!
Ich teilte die Kinder in drei ähnlich starke Gruppen.
Darin übten wir dann, langsam.

Es war wirklich ein Zauber; denn in beinahe fast dem selben Moment konnten alle Kinder das Ritual durchführen. Und es ging plötzlich immer schneller. Was für ein Gefühl?  Unbeschreiblich! Probiert es aus…. Hilft bei Koordinierungsschwierigkeiten, hilft dem Gleichgewichtssinn, allen anderen Sinnen und dem Nervensystem!

All diese Sinne benötigt man für das Rechnen…..welches danach natürlich viel besser klappt….

Phänomen: Ein Kind mit einem Förderbedarf in der geistigen Entwicklung bekam es als Erste hin…. Sie vertraut mehr auf ihre intuitiven Kräfte als auf ihren Verstand! Super Vorbild!

Abmalen von der Tafel/ Was soll das?

Aus: Heute bei mir in meinem Staatsschulunterricht: Das „an der Tafel Vormalen“ ist ja, wenn man sich das so vorstellt, ein nicht so „besonderer“ Prozess: Der Lehrer malt, die Kinder malen ab, denken viele.
Aber das ist es nicht nur.
Der Lehrer begibt sich in einen schaffenden Prozess. Er sucht im Malen Anschluss an sein künstlerisches Potential. Er kreiert. Und diese Atmosphäre, die dann dem Kinde sichtbar und spürbar wird, die bietet Raum, sich eben genau an diesen schöpferischen Prozess anzuschließen…
Es ist erstaunlich. Ich habe ja auch noch Fachunterricht in einer anderen ersten Klasse, von der ich schon so oft erzählte. Ich bin mit der Klasse (Musik) so verzweifelt, dass ich seit drei Wochen eine Sozialpädagogin aus der Schulstation hinein bat, die mir also hilft, den erzieherischen Prozess durchzusetzen, ansonsten sind diese Kinder aufgrund so vieler Verhaltensauffälligkeiten nicht in der Lage, dem Unterrichtsgeschehen zu folgen. Musik „kannst de vergessen“, mit anderen Worten, wenn ich nicht stark genug bin, die Gruppe mit meinen Fingerspielen, Reigen usw. zu „dominieren“ und zu führen, das ist dann so anstrengend , dass ich danach nur noch heulen könnte. Nun habe ich heute weniger versucht. Habe leise ein schönes Lied über Vogelkinder angesungen, habe es oftmals wiederholt, mit schwingenden Handbewegungen und es wurde zumindest so ruhig, dass ich es singen konnte. Danach habe ich ihnen die erste Strophe irgendwie beigebracht, durch ständiges Wiederholen, wie Mantren….(wahrscheinlich sollte ich sowieso eher Mantren mit ihnen singen, zum Heilen…).
Auf jeden Fall teilte ich danach dann die Hefte aus (sie haben auch eines) und ich begann an der Tafel die Vogelkinder in einem Vogelnestchen auf einem Baum zu malen. Ich ließ mich vollständig ein auf meinen Prozess, komme, was von hinten kommen mag, dachte ich. Die Kollegin musste mir auch egal sein, ich malte, mein Bild…Und siehe da! : Sie malten auch….sehr schöne, bunte Bilder, sogar mein Bild, was sie sonst nicht machen, viele malten immer Totenköpfe oder Raumschiffe (Enterprise)….Völlig schräg, obwohl ich malte! Heute ging es….
Aber nach dem Hochhalten aller Bilder (Würdigung) war natürlich kein Abschluss möglich. Dieser hätte wieder mind. 10 Minuten Vorbereitung gekostet. Unglaublich, was da los ist in den Kindern….ich fasse es nicht und es lähmt mich geradezu. Aber das heute, das war gut. Die kollegin meinte, dass sie ja sehr schön in einen kreativen Prozess gekommen seien. Und dass sie sehr gerne bei mir Malen lernen würde… Nächstes mal will sie Blöckchen mitbringen, dann malt sie auch, das ist doch noch besser für die Kinder. Heute hat sie eben immer wieder dafür gesorgt, dass sie „dran“ bleiben…. Merci…

Waldorfpädagogik für mein Kind

„Waldorfpädagogik für mein Kind“
 
Dieses Büchlein zu schreiben war mir ein wichtiges Anliegen. Ich erlebe den Unterschied zwischen Kindern, die in eine Waldorfschule gehen und Kindern, die das eben nicht tun, sehr deutlich und es ist mir schon immer klar gewesen, dass die Waldorfpädagogik eine richtungsweisende und zukunftsfähige Pädagogik ist, die wir in unserer Welt so sehr benötigen.In dem Buch geht es um den Kampf und den Sieg einer Menschen zugewandten Pädagogik in Waldorfschule und Staatsschule.

Man kann dieses Büchlein direkt über mich erwerben, bitte schauen Sie in´s Impressum. Dort können Sie über meine Mailadresse bestellen.