Was soll dieser Blog eigentlich? Schulzwang ade, bitte!

Du erhältst hier in meinem Blog weder irgendwelche Angebote, noch Produkte, Dienstleistungen oder „Schnäppchen“.
Warum also schreibe ich hier für Dich? Auch wenn ich damit überhaupt nichts verdiene, kein zusätzliches Einkommen erziele?

Es liegt mir am Herzen davon zu erzählen, wie ich in einer Grundschule tätig bin. Das, was ich dort täglich mit den Kindern erlebe und gestalte, ist zwar individuell, aber  nicht einzigartig!
Es gibt so viele, bewegte und beherzte Lehrer, denen das Wohl der Kinder und deren Entwicklung wichtig ist. So viele, die sich mit neuen Ansätzen beschäftigen, denen es in allererster Linie wichtig ist, das seelische Wohl des Kindes im Unterricht wahrzunehmen und Wert zu schätzen, vor allen Leistungsanforderungen.

Jeder Lehrer ist anders geprägt, aber jeder ist auf einem Entwicklungsweg. Und glaube mir, niemand möchte gerne unbeliebt oder als schrecklicher Lehrer da stehen.
Jeder Lehrer arbeitet anders. Und das ist gut. Nur, wenn man authentisch und von ganzem Herzen heraus das tut, was man für richtig hält, kommt es auch bei den Kindern an. Gerald Hüther spricht von der Begeisterung, die ein Kind empfinden kann und die es motiviert. Wenn der Lehrer begeistert ist und sich mit dem, was er darbietet und tut, im Einklang ist, dann springt der Funke auch über. Und mit Sicherheit ist es immer so, dass man als Lehrer das Bedürfnis hat, es am nächsten Tage noch besser zu machen als an diesem.

Die Flucht und die Ablehnung von Schule und Kindergarten ist ja ein Resultat aus dem Gefühl oder der Erfahrung heraus, dass ein Kind in der Schule nicht frei und selbstbestimmt lernen könnte.
Jedoch empfinden das meist die Eltern so, die sehr wenig Einblick haben in das Schulleben als Ganzes.
Natürlich gibt es vom Lehrer vorgegebene Themen und Aufgaben zu bewältigen. Diese wiederum orientieren sich aber an dem, was ein Kind entwicklungsmäßig in der Lage ist zu erfüllen. Im ersten Schuljahr gibt es demnach andere Lernschritte zu erfüllen als im 10. Schuljahr, logischerweise. Es baut alles aufeinander auf und jeder Schüler ist mehr oder weniger motiviert. Kinder, die einen begeisternden Lehrer haben, mit dem sie eine gute Beziehung aufgebaut haben, erleben ihren Schulunterricht natürlich positiver als Kinder, die vom Lehrer gelangweilt sind und kaum Bezug zu ihm haben.
Diese Dinge können im Gespräch zwischen Eltern, Lehrern und Schülern thematisiert werden.
Durch achtsame Gespräche wird in einem solchen Gespräch jeder Teilnehmende eine Erkenntnis gewinnen und es wird etwas daraus wachsen dürfen. Es wird sich also etwas verändern, hoffentlich für alle Beteiligten auch verbessern.

Ich möchte Eltern dazu ermutigen, ihre Kinder wieder mit mehr Vertrauen in staatliche Schulen zu schicken und diese nicht von vornherein zu verteufeln. Es gibt dort auch tolle Pädagogen, die ihren Auftrag ernst nehmen und ihren Beruf lieben und keinen anderen haben wollen.

Das gibt es an staatlichen  und auch an privaten Schulen.
Und das gibt es an Waldorfschulen.
Beim Freilernen gibt es das nicht. Da gibt es kaum Menschen, die einem Sorgen bereiten oder durch die man auf Widerstände stößt. Sind es nicht aber gerade die Widerstände, die uns reifer machen und uns auch weiter wachsen lassen?

Auf keinen Fall möchte ich hier die Freilerner verteufeln. Ich habe viele Kinder erlebt, die so selbstständig und „eigenwijs“ waren, dass sie Zuhause am besten lernen können oder dort, wo sie es sich eben erlauben.
Viel eher möchte ich plädieren dafür, dass jeder Mensch eine freie Wahl haben sollte, dass es keine generelle Schulpflicht geben sollte. Warum? Ehrlich gesagt wünsche ich mir motivierte Kinder, die es Wert schätzen, dass sie unentgeldlich die Schule besuchen dürfen, dass sie würdigen, dass es dort Menschen gibt, die sich für sie einsetzen und sich um sie kümmern. Wenn sie bereit sind für Schule.
Ich möchte ein Klima schaffen, in dem jeder Schüler sich eingeladen fühlt; sich auch in aller Ruhe an die Regeln halten kann, weil er sie akzeptiert und aktiv mit gestaltet.
Ein gemeinsamer Lernprozess mit vielen Kindern ist nur möglich, wenn es für alle positiv verläuft. Kinder, die dort nicht sein möchten, die möchte ich nicht länger hinterher schleifen oder überzeugen müssen, wenngleich ich selbst das noch nie erlebt habe. Und ich möchte sie auch nicht täglich reglementieren oder disziplinieren. Erleben tu´ich allerdings täglich, dass Kinder zu wenig Achtung vor den Gefühlen und Wertvorstellungen der anderen Kinder haben. Dass sie diese sehr häufig mit Füßen treten. Mangelnde Empathie und kaum Zugang zur eigenen Intuition verstärken dies.
Deswegen unterrichte ich Yoga mit meinen Schülern. Aber hey, auch hier hat es wenig Sinn, ständig zu reglementieren, zu disziplinieren und zu fordern.

Das alles ist recht mühsam und schwächend, es bringt keinen Spaß!

Wünschen tu` ich mir den Raum Schule als Chance zur Weiterentwicklung, für mich am allermeisten. Und das geht nur freiwillig.

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