Schmunzeln ……

Langsam aber stetig gehen die Früchte meiner Arbeit auf. Was anfänglich wie eine auf mich zu rollende Welle erschien, die mich zu erdrücken versuchte, erlebe ich nun, dass ich zwar angestrengt und ausgepowert hindurch geschwommen und getaucht bin, nun aber stiller Ozean vor mir liegt, der so vieles öffnet an Möglichkeiten.

Wenn Du im staatlichen Schulsystem arbeitest, dann könntest Du ja erstmal denken, nicht viel Einfluss auf alles haben zu können, was Dir dort begegnet. Das aber ist nicht richtig. Es ist sogar falsch. Du, also ein Einziger hat die Kraft, die Maschienerie in Gang zu setzen. Vielleicht nicht gleich, weil es auch auf Deine Entwicklung und Deine Fähigkeit ankommt, Konflikte austragen zu können und im richtigen Moment zu begreifen, dass es doch der falsche Ort ist, an dem Du Dich andocken willst und lieber weiterziehen musst, doch wenn Du Deinem Wege treu bleibst und die Schüler im Fokus Deiner Arbeit hast, genügend Freunde, die Deine Arbeit unterstützen und Dich auf diese Weise mittragen, dann kannst Du Großes bewirken, in diesem manchmal so engen Schulsystem/ Korsett.

Wenn Du das Gefühl hast, durchgekommen zu sein, dann steht Dir alles offen, so, wie ich es oben mit dem Ozean beschrieb. Es glitzert von den Sonnenstrahlen, Du hast überall Entfaltungsspielraum und es hängt nicht mehr alles nur von Dir ab, denn Du erntest göttliche Kräfte, Du erntest Möglichkeiten, die sich auf Deinem Wege plötzlich ergeben. Wie von selbst tun sich Chancen auf, von denen Du nie gedacht hättest, dass es diese gäbe.

Ich kann Dich darin bestärken, Deinen Weg, den Du Dir vorgenommen hast, weiter zu gehen, auch, wenn es so aussieht, als wäre es ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das ist es auch, aber es tröpfelt mehr, es tröpfeln auch viele Tränen, Tränen der Entmutigung, Tränen der Trauer, der Verzweiflung und es tröpfeln Freudentränen, Tränen, die Dich ganz tief in Deinem Inneren berühren, die Dich schmelzen lassen, die Dein Herz weiter offen halten und ohne dass Du danach Furcht vor neuen Verletzungen hast, siehst Du die Herausforderungen ganz anders, Du freust Dich auf sie, Du reitest freudig auf den Wellen und stehst gerade oben, mit offener Brust und mit einem freundlichen Lächeln in Deinem Gesicht.

 

Du weißt nicht, mit was Du Dir treu bleiben sollst?   Nun, finde es heraus…..

Fülle

Im Juni, nach der Johannizeit ist die große Wachstumsphase der Pflanzen abgeschlossen, alle Kräfte konzentrieren sich nun auf die Ausbildung der Früchte.
Wie voll ist es doch draußen in der Natur, man nimmt die strotzenden Kräfte in ihrer ganzen Potenz so schön wahr.
In der Tierwelt begegnet einem die Fülle manchmal auf dem Fußweg. Watschelnde Enten prominieren stolz mit hinterher laufenden Kinderchen an einem vorbei.

Wie ist das mit uns Menschen? Können wir einen Zusammenhang zwischen den Naturphänomen draußen und unseren seelischen Empfindungen und Wahrnehmungen herstellen?
Im anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner steht für die 13. Woche in der Zeit vom 30.Juni -6.Juli folgendes.

„Und bin ich in den Sinnenhöhen,

So flammt in meinen Seelentiefen

Aus Geistes Feuerwelten

Der Götter Wahrheitswort:

In den Geistesgründen suche ich ahnend

Dich geistverwandt zu finden.“

Ich lese den Spruch davor und den Spruch danach und erlebe mich dabei in einer Art des Suchens, ein wenig verworren und im Außen verwebend, nicht wirklich Kraft meiner Gedanken, sondern eher träumenderweise und in aller Ruhe mich entspanndend, empfangend das, was durch mühevolle Arbeit die Monate zuvor gesät und angelegt wurde.

Auf meine berufliche Situation mit den Kindern meiner ersten Klasse bedeutet das nun, langsam wirklich auch wissen und nicht nur ahnen zu können, welch Schatz dort auf die Erde kommt in Form von Selbstbewusstheit, Präsenz, Kreativität und Tatendrang. Was die Kinder in einem ersten Schuljahr erlernen, bleibt vielfach in der Form hängen, gleichzeitig aber impulsiert das Innere der Form eine Lebendigkeit, die gerade, nun jetzt in dieser Zeit, kaum auszuhalten ist. Es bildet sich ein Schatz, dessen Früchte noch nicht geerntet werden , ein wenig Zeit mag noch bleiben. Voller Hoffnung sehe ich der Zeit entgegen, denn zum ersten Male fühle ich mich in der Lage, wirklich sehen zu können.