„Das ist richtige Arbeit!“

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Also die erste Kopie (aus dem Matherad/ Ernst Klett Verlag), empfinden 6 Jährige als Motivation, um „richtig“ zu arbeiten, während sie die zweite Kopie, (Zeilen selbst ziehen und mit größerem Schreibmaterial (hier Wachsamlblöckchen von Stockmar) nicht als Arbeitsmotivation betrachten, dies ist für sie also keine Arbeit….
Obwohl die Kinder bei den Tätigkeiten, die sie selbst gestalten, viel mehr ganzheitlich, fokussierter und aktiver tätig sind, von der Zunge bis hinein zur Zehe,empfinden sie dies nicht als Arbeit.

Hat ihnen dies jemand eingetrichtert? Vielleicht die Eltern, die buntes Material zu Hause abwerten? Oder empfinden sie das Arbeiten als schöner und beurteilen es deshalb nicht als „Arbeit“ im „anerkannten“ Sinne?

Ich war heute jedenfalls sehr überrascht, einem sechsjährigen Schüler, diese Aussage machend, zuzuhören, nachdem ich Kopien von selbst gestalteten Arbeitsunterlagen für Kinder in Schwarz-Weiß austeilte, welche  eine Weile krank waren und an unserer Schule gibt es keinen Farbkopierer für solche Zwecke.

„Das Ich eines Menschen ist offen“  / Steiner : Wie sieht es mit dem Ich von manchen 6 Jährigen heutzutage aus? Sind sie schon so negativ konditioniert, dass sie lediglich die Büroarbeit ( als Synonym für Schwarz/ Weiß Kopien) als echte Arbeit bezeichnen?

Der gleiche Junge fragte mich eine Stunde zuvor auch, weshalb ich denn mit der Klasse so gerne Theaterspielen würde, weil das doch gar nichts mit „Lernen“ zu tun hätte…. Ich staune immer wieder über die Fragen, die Eltern heute ihren Kindern einstanzen und es macht mich sehr traurig, in der heutigen Zeit eine solche Verhärtung und un wahrhafte Konditionierung bei Kindern festzustellen.

„Das Ich eines Menschen ist offen“   bitte, liebe Eltern, bedenkt, dass Dein Kind Teil der Zukunft ist. Wie wollen wir in die Zukunft hinein prägen? Angst besetzt, einschüchternd, Obrigkeits-liebend oder annehmend, empathisch, zugewandt, heiter und offen, experimentierfreudig, Leben erhaltend?

Die Kinder, die mit ähnlichen Blockaden schon heute die Stimmung vermiesen/ wohl wissend, dass dies die Stimmungen der Bezugspersonen wieder spiegelt, sind diejenigen, die wunderbare, verbindende und  motivierende Rituale wie Singen, Tanzen und Spielen mit Blockaden von sich fern halten und dadurch sich selbst im Wege stehen, sich selbst und anderen.

Wie einfach ist es, offene Kinderseelen zu ermutigen, sich frei, fröhlich und ungehemmt der Welt gegenüber zu stellen. Wie schwer ist es aber, fest gewachsene kontraproduktive und eingefahrene Strukturen der Eltern zu durchbrechen, nicht nur in Frage zu stellen. Sie zu durchbrechen, auf eine Art, die manchmal weh tut. Aber ist das nicht auch unser Auftrag? In die Zukunft hinein zu wirken?

Aus dem „Froschkönig“ von den Grimms kennen wir eine schöne Stelle. Der zurück Verwandelte Frosch fragt seinen treuen Gesellen Heinrich , der auf ihn gewartet hat,   ob der Wagen bräche, weil es plötzlich so laut knarrte in der Kutsche….Aber nein, erwiderte Heinrich mehrfach, es seien die Ketten, die sich lösen würden, die sein Herz eingeschnürt hatten vor Trauer um den Verlust seines Kameraden….Knatternde Ketten sollen fallen, damit Kinder wieder Kind sei dürfen!

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