Situativ arbeiten

Hallo, vielleicht ist Dein Kind heute nach Hause gekommen und hat ganz glücklich davon erzählt, dass es so schön mit Bauklötzen gespielt hat….
Wie geht es Dir in solchen Momenten? Was kommt Dir gedanklich in den Sinn?
Vielleicht freust Du Dich, dass es Deinem Kind gut geht und es erfüllt ist. Vielleicht kann es auch sein, dass Du Dich fragst, was das denn mit „Lernen“ zu tun hat. Mit Bauklötzen spielen? In der ersten Klasse? Ist das nicht etwas für den Kindergarten?

Kinder, die heute mit knapp 6 Jahren in die Schule kommen, sind sehr häufig nicht schulreif. Alles, was sie mitbringen, ist Freude, Motivation, Hoffnung, Offenheit. Vieles können sie noch nicht alleine: Sich selbstständig anziehen, ordentlich auf Toilette gehen, sich selbst organisieren, sprich, einen Weg finden, gut in die Arbeit zu kommen usw. Viel zu häufig werden dieses Kinder mit all ihren Unsicherheiten und unfertig ausgebildeten Fähigkeiten alleine gelassen, wirklich ganz alleine, weil niemand da ist, der sich so intensiv kümmern kann wie die Mami oder der Papi oder eine andere Bezugsperson.
Wie traurig das auch für die Lehrer ist, dies immer wieder feststellen zu müssen, dass man den Kindern einfach nicht wirklich genügen kann, dass man viel zu wenig Präsenz, Zeit, Liebe und Fürsorge geben kann, das macht einen Lehrer wirklich traurig.
Denn Kinder brauchen doch diese innige Fürsorge. Sie brauchen das Gefühl wahr genommen zu werden. Alleine die Bestätigung: “ Das ist schön, was Du da eben gemacht hast“ , bedeutet den Kindern sehr viel.
Und wenn ein Lehrer wahrnimmt, dass es z.B. in einer 5. Stunde „dran“ ist, die Kinder mit ästhetisch, sinnlichen und sinnigen Bauklötzen spielen zu lassen, dann ist das genau die Präsenz, welche die Kinder wirklich gesehen hat. Die Präsenz, die den Kindern ermöglicht, in´s Spiel zu kommen. In´s Spiel mit sich selbst und den anderen, sich zu verbinden mit einem Material, kreativ zu werden, einfach eben „nur“ zu spielen. Das ist wunderbar und so dringend von Nöten heute. Heute, wo für das Freie Spiel kaum Raum ist, da im Grunde jede Minute des Tages verplant ist, meist seelenlos verplant ist.
Dort, wo viele Kinder beisammen sind, da ist unglaublich viel Aktion, da ist Kreativität, Fantasie und Kraft, Hoffnung, Offenheit.
Lasst die Kinder spielen, denn dort, wo der Mensch spielt, da ist er ganz Mensch (Friedrich Schiller/ ästhetische Briefe). Und nur dort wo er ganz Mensch sein darf, da ist er ein Glück für die anderen Menschen um ihn herum, da ist er Chance, pures, strahlendes Licht und in der Lage, mit diesem Licht die Welt zu verschönern!

Lass Dein Kind Mensch sein!

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