Lebensregeln

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Es gibt aus der yogischen Tradition ein paar Lebensregeln, die hier von einer sehr guten Yogalehrerin und Heilpraktikerin beschrieben werden.

Diese Regeln können Dir eine Orientierung sein, die Verantwortung für Dein Handeln und Tun selbst zu übernehmen.

Wenn Du Dich immer wieder kurz mit ihnen in Verbindung bringst, wird es sehr schnell gehen, dass Du mit höherer Präsenz und Liebe Dir selbst und Deinen Mitmenschen gegenüber treten kannst.

Die Heilkraft der Yamas (und Niyamas)

Die Heilkraft der Yamas (und Niyamas)

Die Heilkraft der Yamas (und Niyamas)

TerasseImRegenHeute habe ich mir – beim Schreiben amYogatherapie-Handbuch – Gedanken gemacht worin die Heilkraft der Yamas (und Niyamas) besteht. Sie gehören tatsächlich zu den yogischen Therapien, ob du es glaubst oder nicht.

In den nachfolgenden Zeilen findest du Hinweise warum das so ist, und warum die moderne Wissenschaft das auch so sieht. Immerhin!  🙂
Falls du noch nie von den Yamas gehört hast: Die Yamas sind ein Teil der yogischen Lebensregeln, und zwar der Teil, der das Verhalten gegenüber den Mitmenschen regelt.

So etwas wie die 5 Gebote des sozialen Miteinander. Und sie sind heilkräftig – lies selbst.

Die Yamas

Die Yamas als Übungspraxis zur Pflege nachhaltiger sozialer Beziehungen sind ein sehr wichtiger Faktor, um die eigene Psyche zu stabilisieren. Moderne Studien zeigen, das der stärkste Faktor für ein langes und gesundes Leben die Integration in ein tragfähiges soziales Netzwerk ist.

Wer seine Kontakte pflegt, seinen Mitmenschen zuhört, Gutes tut und hilft wo er kann, der lebt länger und gesünder als jemand der dies nicht tut.

Lebenszufriedenheit als Gesundheitsfaktor

Der Schlüssel zum Erfolg ist hier die bessere Lebenszufriedenheit durch die gemeinsam genossene Freude.

Das gilt sogar dann, wenn der sozial aktive Mensch auf der physischen Ebene ein nicht so ganz gesundes Leben führt – er ist oft gegenüber dem sozial inaktiven Menschen, der aber ein supergesundes Leben führt, im Vorteil. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt.

Wenn der Grad der Selbstvergiftung durch unzuträgliche Substanzen zu stark wird, dann hilft auch kein soziales Netz mehr.

Optimal ist die Kombination aus beidem: gesunde Lebensweise und positive soziale Kontakte pflegen. Yoga lehrt mit den Yamas worauf zu achten ist.

Positive soziale Kontakte mit den Yamas

Ahimsa = Gewaltlosigkeit

Gemeint ist mehr als nur die Zurückhaltung im Gebrauch der Fäuste oder von verletzenden Worten. Gemeint ist das Gegenteil von Gewalt: Die proaktive Fürsorge und Freundlichkeit gegenüber seinen Mitmenschen. Auch die Zurückhaltung von Freundlichkeiten kann eine Form der Gewaltausübung sein, wenn sie dazu führt, das ein Mensch in seinem Kummer stecken bleibt, dem man mit einem Lächeln und etwas Zuwendung hätte helfen können.

Ein Mensch der sich aktiv um Freundlichkeit gegenüber seinen Mitmenschen bemüht, und der die positiven Eigenschaften und Leistungen seiner Mitmenschen würdigt und anerkennt, der wird sehr positiv wahrgenommen und erfährt mit der Zeit außerordentlich energetisierendes und freudespendendes Feedback. Das gibt Freude, macht stark und gesund.

Die kraft- und gesundheitsstiftende Energie von Zuwendung und freudevollem Miteinander ist nicht nur seit Jahrtausenden bekannt, sie wird zunehmend auch von der Schulmedizin anerkannt. Es gibt recht aktuelle Studien darüber, die diesen Zusammenhang belegen.

Satya = Wahrhaftigkeit

Das ist mehr, als nur der Gebrauch von statistisch wahren Aussagen gegenüber seinen Mitmenschen.

Gemeint ist die völlige Authentizität in der Selbstdarstellung. Wenn ich im Rahmen meiner Tätigkeiten vorgebe jemand zu sein der ich gar nicht bin, wenn ich eine Rolle spiele die ich nicht wirklich ausfülle, dann entstehen Spannungen und Konflikte die sich negativ auf das soziale Miteinander und auf die eigene Befindlichkeit auswirken.

Wer fühlt sich noch wohl in seiner Haut, wenn er eine (berufliche) Tätigkeit ausführt, die nicht zu ihm passt?

Die daraus entstehenden inneren Spannungen sind Stress, und schaden unmittelbar der eigenen Gesundheit. Auch dann, wenn sie dem eigenen Portemonnaie nützlich sein mögen.

Authentizität ist auch, wenn man eine Sache ablehnt, weil man sie ethisch nicht vertreten kann. Beispiel: Vegetarier die in einer Firma arbeiten die Tiere tötet oder verarbeitet – das ist nicht authentisch und macht krank. Authentisch wäre es dann eher, der Vegetarier wechselt den Job und engagiert sich im Gemüse-Sektor.

Authentizität ist allerdings nicht, wenn man aus lauter Angst vor einer potentiellen Herausforderung eine wichtige Aufgabe ablehnt mit dem Argument „Ich bin noch nicht soweit“.

Das ist falsch verstandene Wahrhaftigkeit, wenn die Person grundsätzlich in der Lage wäre diese Herausforderung zu bestehen. Das Annehmen (und Bestehen!) von Wachstumsherausforderungen ist einer der stärksten Glücksfaktoren die es überhaupt gibt, hierbei werden reichlich Glückshormone freigesetzt.

Dieser Umstand wird derzeit in der modernen Hirnforschung stark diskutiert, u.a. im Kontext der Gestaltung von Schule und Ruhestand. Die können das auf den Neurotransmitter genau erklären, warum das Bestehen von Herausfordernungen jung, gesund und glücklich macht.

Anders formuliert:

Wer sein Licht unter den Scheffel stellt, der lebt genau sowenig den Grundsatz von Wahrhaftigkeit, wie ein Angeber der vorgibt mehr zu sein als er ist.

Beiden ist mit ihrem Verhalten nicht wirklich geholfen.

Asteya = Nicht-Stehlen

Das ist mehr als nur das Respektieren des Eigentums anderer, und das Zahlen seiner eigenen Rechnungen.

Dazu gehört auch, das man als Teil einer Gruppe darauf achtet, vom Kuchen nicht mehr zu bekommen als andere, dass man für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit eintritt, wo immer es erforderlich ist.

Ahimsa bedeutet, dass man sich stark macht für eine angemessene Ressourcenverteilung, wo immer man Ungleichgewichte entdecken kann.

Schadenfreude ist übrigens auch eine Form von Steya (Stehlen) und unbedingt zu vermeiden.

Brahmacarya = Enthaltsamkeit

Wird meist auf sexuelle Enthaltsamkeit bezogen, ist aber weit mehr.

Hier geht’s um die Beherrschung der Sinne und Sinnlichkeit im weitesten Sinne. Das bedeutet für Partner, das sie einander treu sind, das auch bei gut gefülltem Portemonnaie der Völlerei und Prasserei kein Raum gegeben wird. Das man darauf achtet, das alles was man nutzt wirklich sinnvoll und erforderlich ist, und nicht einer übermäßigen Verstärkung unsinniger Gelüste dient.

Das bedeutet den sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen dieser Erde, sowie den uns anvertrauten Werten unserer Lieben oder Kollegen.

Dazu gehört auch, nicht künstlich Bedürfnisse zu wecken, wo gar keine sind, Wünsche zu befriedigen die man nicht hat oder die unsinnig sind. Kein Mensch braucht 50 Pullover, 100 Paar Schuhe oder 3 Autos.

Und man muss auch niemandem einreden, das jetzt Bohrmaschinen in rosa in sind oder das man unbedingt das 3-te Handy in diesem Jahr haben muss, weil das besser zur Jahreszeit passt.

Aparigraha = Nicht-Besitzergreifen

Nicht übermässigen Besitz zu ergreifen und nicht der Bestechlichkeit anheim zu fallen, ist hier das zentrale Thema. Wird auch oft bezeichnet als „Nichtannehmen von Geschenken“.

Wer sich nach übermäßigem Besitz und „außerordentlichen Zuwendungen“ ausstreckt, der kommt aus der inneren Harmonie und begibt sich in Abhängigkeiten.

Die Abhängigkeit von äußeren Zuwendungen hat schon so manchen in eine Lebenssituation gebracht, in der das Leben als eine Form von Sklaverei empfunden wurde, weil kein Entscheidungsspielraum für die wichtigen Fragen des Lebens mehr ist. In einem weiteren Sinne gehört dazu auch die Situation vieler Hausbesitzer: um den Kredit bedienen zu können, verzichten sie auf vieles, und verdingen sich in Arbeitsverhältnisse, die der Gesundheit und Lebensfreude nicht zuträglich sind.

Ein Mensch der Dinge kauft die ihm nicht gefallen, mit Geld das ihm nicht gehört, um Leute zu beeindrucken die er nicht mag, hat einen Lebensweg gewählt, der der eigenen Gesundheit schadet.

Die Abkehr von den diesem Lebensstil zugrundeliegenden Wertmaßstäben führt unmittelbar in eine zufriedenere, angespanntere und gesündere Lebensgestaltung und ist eine lohnende Investition.

 

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